2015

Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“

Friedhöfe sind wichtige Bestandteile unserer Städte und Dörfer. Sie sind der Ort der Toten, der Ort des Abschieds und auch der Raum der Besinnung für die Angehörigen. Die Friedhofskultur ist permanent sozioökonomischen, religiösen, spirituellen und säkularen Einflüssen und Veränderungen unterworfen. Ein Friedhof muss heute mehr als nur Beisetzungsstätte für Menschen sein. Er sollte Aufenthaltsqualität haben, als Platz der Begegnung dienen und ein Ort der Kultur und der Würde sein.

Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege hat zu einem landesweiten Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“ aufgerufen. Im Wirkungskreis des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege haben sich die Gemeinden Rottendorf, Veitshöchheim, Waldbrunn und Uettingen angemeldet. In der Bewertungskommission waren die Kreisheimatpflegerin, Frau Anna Adelmann, Frau Marga Schmid vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Würzburg und der Fachberater für Gartenbau und Landespflege Würzburg, Herr Günter Gerner, vertreten.

Nach den Bewertungskriterien hat die Gemeinde Rottendorf den 1. Platz erreicht.

Die Rottendorfer Bürgerinnen und Bürger können sich glücklich schätzen, dass sie in einer gewachsenen Siedlungsstruktur einen großzügig gestalteten Friedhof ihr Eigen nennen dürfen. Den Verantwortlichen der Gemeinde Rottendorf ist es gut gelungen, der sich im Wandel befindlichen Bestattungskultur Rechnung zu tragen. Über die Jahrzehnte wurde der Rottendorfer Friedhof ideenreich den Bedürfnissen der Gesellschaft angepasst. Die Entwicklungsstufen, die seit den 70er Jahren unsere Friedhöfe verändern, sind in Rottendorf gut erkennbar. Der durchaus noch dörfliche Friedhof hat sich zu einem parkähnlichen Ort der Ruhe, Trauer und Begegnung entwickelt. Der Wunsch der Menschen nach mehr Individualität auch bei ihrer letzten Ruhestätte wird in Rottendorf sensibel umgesetzt.

Die Umgestaltung der ehemaligen Aussegnungshalle zum Urnenhaus und die Zusammenfassung der Ehreneinzelgräber zu einer gemeinsamen Steinstehle verdienen besonderes Lob. Ebenfalls als vorbildlich wird das Grabkammersystem angesehen, das die Belegungsfristen bzw. Ruhezeiten verkürzt und dadurch die geologische Beschaffenheit des Bodens und die grundsätzliche Platzfrage in den Hintergrund treten lässt. Die Öffnung und dadurch fußläufige Verbindung des Friedhofes zur angrenzenden Seniorenanlage war ein mutiger Schritt der Gemeinde und hat sich offenbar bestens bewährt. Positiv ist ebenso aufgefallen, dass die Friedhofssatzung auch tatsächlich umgesetzt wird: So sind zum Beispiel die optisch recht umstrittenen Einfassungen und Kiesflächen kaum vorzufinden.

Die Jury ist deshalb einstimmig der Auffassung, dass die Gemeinde Rottendorf den Sieg auf Kreisebene im landesweiten Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“ davongetragen hat. Die Auszeichnung erfolgt anlässlich der Landesverbandstagung des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege am 26. September 2015 in Triesdorf durch die Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Frau Ulrike Scharf.

2.Preisträger ist der Waldfriedhof in Veitshöchheim

Der stimmungsvolle Waldfriedhof ist ein Ort der Ruhe, Trauer und Begegnung und zugleich ein parkähnlicher Erholungsort für seine Bürger. Der bereits in den 70er Jahren angelegte Friedhof bietet alle Bestattungsformen und verfügt über ein großzügiges und sehr harmonisches Wegesystem. Insbesondere mit der gestalterisch herausragenden Urnengemeinschaftsanlage „Lebensfluss“ ist es der Gemeinde Veitshöchheim gelungen, ihren Bürgern eine Alternative zu den Bestattungswäldern zu bieten. Auch die Gemeinschaftsgrabanlagen mit der Wahlmöglichkeit „Grünfläche“ oder „Bepflanzung mit gärtnerischer Betreuung“ und dem dadurch unterschiedlichen Pflege- und Kostenaufwand sind sehr beeindruckend. Alle Bestattungsvarianten sind überaus funktional und der allgemeinen Entwicklung sensibel angepasst. Die Preisverleihung für den 2. Sieger im Friedhofswettbewerb findet anlässlich der Jahreshauptversammlung des Bezirksverbandes für Gartenbau und Landespflege Unterfranken am Freitag, 13. November 2015, im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim statt.

3. Preisträger ist die Gemeinde Waldbrunn.

Der neue Friedhof in Waldbrunn darf hinsichtlich seiner Gestaltung als äußerst gelungen bezeichnet werden. Der Übergang zur freien Landschaft wurde durch Heckenpflanzungen und eine Lindenbaumreihe sehr gut gelöst. Die Aussegnungshalle mit dem gestalterisch bemerkenswerten Wasserbecken ist ebenfalls gut gelungen. Die Bewertungskommission war sehr angetan von der großen Umsicht und Liebe zum Detail, mit der die Gemeinde Waldbrunn bei der Friedhofsgestaltung vorgegangen ist. Die frostsichere Wasserentnahme an den Schöpfstellen und die fachgerechte Grünpflege sind besonders zu erwähnen. Die Preisübergabe obliegt nach den Wettbewerbsrichtlinien dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Würzburg.

Alle drei Preisträger erhalten eine Staatsurkunde und ein künstlerisch gestaltetes Bronzerelief.

Günter Gerner